Fototipp – Friesenhengst am Saint Ana River

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Den wunderschönen Friesenhengst „Wander 352“ habe ich vor vielen Jahren – damals noch auf Diafilm – in Norco, Kalifornien in dem fast ausgetrockneten Flussbett des Santa Ana Rivers fotografiert. Es war um die Mittagszeit und die grelle Sonne brannte gnadenlos vom kalifornischen Himmel – keine idealen Bedingungen, um ein schwarzes Pferd in dieser Umgebung zu fotografieren.

TIPP: In einer solchen Situation ist es wichtig, zuerst einmal ein paar Probeaufnahmen mit der Kamera zu machen, um herauszufinden, wie die Belichtungsmessung das schwarze Fell des Pferdes erkennt.

Die verschiedenen Kamerasysteme wie Canon oder Nikon unterscheiden sich hier durchaus, so dass man nicht pauschal sagen kann: „dies ist die richtige Einstellung“. Du musst also nach Deiner Probeaufnahme mit Deiner Kamera individuell entscheiden, ob Du das Pferd manuell bis zu einer Blende über- oder unterbelichtest und zwar bevor das Pferd losgelassen wird und sich bewegt! Damals mit meiner analogen Kamera hatte ich diese Möglichkeit nicht und musste mich rein auf meine Erfahrungswerte verlassen und hoffen, dass das Pferd nicht zu schwarz oder die Bilder insgesamt nicht zu hell wurden.

Die Reflektionen des Sonnenlichts auf dem Fell des Hengstes helfen in diesem Fall der Kamera bei der Fokussierung, so dass es keine Probleme mit der Schärfe in der Bewegung geben sollte. Solange sich das Pferd im nahezu gleichem Abstand zur Kamera von links nach rechts oder umgekehrt bewegt, kann der Fokuspunkt für die Schärfeeinstellung mittig bleiben.

Wie findet man eine gute Location?
Die wirkliche Schwierigkeit dieses Motivs ist in dem fertigen Bild nicht mehr zu erkennen, denn dies war die Location an sich. „Wander“ lebte damals in einem Gestüt, das umgeben war von kleineren Häusern, Stallgebäuden, Paddocks und Unterständen, so dass dort keine schöne Location für ein Fotoshooting zu finden war, ohne dass man immer Zäune im Hintergrund gehabt hätte. Die nähere Umgehung war städtisch geprägt, so dass es fast unmöglich war, einen schönen Ort zu finden, an dem man ein Pferd freilaufend fotografieren konnte. Es gab keinen Wald, keine Wiesen, keinen Stand, einfach gar nichts, wo wir diesen tollen Hengst in seiner ganzen Schönheit fotografieren konnten – es war zum Verzweifeln!

Dann fanden wir dieses fast ausgetrocknete Flussbett des Santa Ana Revers am Rande der Stadt. Doch was hier in diesem Bild so romantisch ausschaut, war in Wirklichkeit völlig anders. Nicht zu sehen ist nämlich der große Highway, der ganz in unmittelbarer Nähe über den Fluss führte und über den die Autos und LKWs lautstark hinweg donnerten. Es gab nur eine ganz kleine Fläche, auf der wir den Hengst laufen lassen konnten, was natürlich für mich als Fotografin gut war, denn so hatte ich den Hengst fast immer im Fokus und die Helfer mussten ihn nicht erst wieder zu mir zurücktreiben.

Was lernst Du daraus?
Lass Dich also nicht entmutigen, wenn Du für Dein Fotoshooting nicht gleich eine passende Umgebung vorfindest. Mit etwas Kreativität und Phantasie findet man so manches Mal die ideale Location unter sehr ungewöhnlichen Umständen. Halte die Augen offen und versuche die Umgebung mal aus einem anderen Blickwinkel zu entdecken – versuche sie in Bildausschnitten zu sehen.

WICHTIG: Eines muss immer im Vordergrund stehen – Die Sicherheit des Pferdes!

Daher überlege immer vorab, wieviele Helfer Du benötigst, wie Du die Location absichern kannst und ob Du – gerade bei Hengsten im Freilauf sehr empfehlenswert – eine Stute als Begleitpferd mitnimmst!

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VON GABRIELE BOISELLE
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