Gabriele Boiselle privat 2017-07-19T12:24:03+00:00

Über Gabriele Boiselle

Ihr Leben inmitten der Pferde

Text von Rita Mielke

An Gabriele Boiselle ist eine Amazone verloren gegangen. Wäre sie ein paar tausend Jahre früher zur Welt gekommen, hätte sie mit Sicherheit an der Seite von Penthesilea und deren Kriegerinnen gekämpft.

„Dass Pferde immer ein Teil meines Lebens sein würden, war klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden…“

Denn wie einst die Amazonen ist auch Gabriele Boiselle eine Kämpfernatur, willenstark und klug, unerschrocken und unbeugsam.

Und ebenso wie jene verbindet auch sie eine tiefe, kreatürliche Liebe mit den Pferden, jenen edlen Geschöpfen, die in ihrem Leben und für ihre Arbeit eine so zentrale Rolle spielen. Kriegerische Ambitionen wie ihre Urahninnen hegt die Fotografin nicht, gottlob. Pfeil und Bogen hat sie gegen Kamera und Füller eingetauscht. Diese jedoch setzt sie mit so viel Macht ein, dass sich niemand der Faszination ihrer Bilder und ihrer Texte entziehen kann. Gabriele Boiselle ist als Fotojournalistin ein absoluter Profi. Eine solide Ausbildung (Journalistik-Studium in München), ein erstklassiges Equipment und eine umfassende Infrastruktur (mit eigenem Verlag) verstehen sich dabei von selbst. Viel entscheidener ist die innere „professionelle“ Einstellung, ist die Weitsicht, mit der sie, nach ersten Anläufen im Print-, Hörfunk- und Fernsehbereich,

die Fotografie als das ihr gemäßeste Medium und die Pferde als das sie am tiefsten beschäftigende Thema erkannte, ist die Konsequenz, mit der sie sich beiden fortan verschrieb.

Das ist inzwischen mehr als zwanzig Jahre her. Seitdem ist Gabriele Boiselle – mit der Kamera im Gepäck – hunderttausende Kilometer weit gereist, hat die Bekanntschaft ungezählter Pferde- und  Pferde-Menschen – gemacht und ein Foto-Archiv erarbeitet, das qualitativ wie quantitativ seinesgleichen auf der Welt sucht. Jedes einzelne der dort gesammelten Bilder erzählt eine Geschichte, jede Geschichte nimmt uns – an der Seite der Fotografin – mit auf Reisen, in sengende Sonne und eisige Kälte, in den Süden Afrikas oder die faszinierende arabische Welt, in verschneite Bergregionen oder sturmzerfetzte Meerlandschaften.

Von A wie Araber bis W wie Welsh Cob sind zahllose Rassen in ihrem Archiv vertreten. Und mit jeder einzelnen hat sie sich so intensiv wie möglich auseinandergesetzt, was konkret heißt, daß sie vor Ort, in den jeweiligen Ursprungsregionen, in freier Natur oder bei den Züchtern, ihren Spuren fotografisch nachgegangen ist, bei Wind und Wetter und nicht selten unter schwierigsten Bedingungen.

Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt wohl in dieser seltenen Mischung. Auf der einen Seite ein hochsensibles ästhetisches Gespür für Situationen, Momente, Augen-Blicke, die es mit der Kamera Festzuhalten gilt; auf der anderen Seite eine unerschrockene Zähigkeit, die sich auch von elementaren Widrigkeiten nicht beeindrucken oder gar von selbstgestellten

Jedes einzelne gesammelte Foto erzählt eine Geschichte und jede Geschichte nimmt uns mit auf Reisen, in sengende Sonne und eisige Kälte, in den Süden Afrikas oder die faszinierende arabische Welt, in verschneite Bergregionen oder sturmzerfetzte Meerlandschaften.

Aufgaben abbringen lässt – und nicht zuletzt einen untrüglichen journalistischen Sinn dafür aus beidem etwas entstehen zu lassen, das eine außergewöhnliche „Story“, ein spannendes Portrait, eine faszinierende (Foto) Reportage ergibt.

Mit ihrer Foto-Kunst zählt Gabriele Boiselle seit langem zu den renomiertesten Pferde-Fotografen weltweit. Ihre Aufnahmen werden regelmäßig in allen großen Fachzeitschriften veröffentlicht, ihre Kalender schmücken alljährlich Tausende von Wänden, und ihre Bücher erreichen imposante Auflagen. Am Ziel fühlt sie sich deshalb noch lange nicht. Wie auch?

So lange es noch irgendwo auf der Welt Pferde gibt, deren Spuren sie noch nicht gefolgt ist, so lange es noch Pferde-Foto-Geschichten zu erzählen und Menschen weltweit mit der Liebe zu diesen unvergleichlichen Geschöpfen anzustecken gilt, so lange wird Gabriele Boiselle weiter machen.

Welch ein Glück, für die Pferde – und für uns, die wir dank ihrer Bilder immer wieder neue Pferde-Welten entdecken dürfen.

Rita Mielke
Chefredakteurin der Aachener Pferdezeitschrift “ Aixcours“

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Die Entstehung des Verlags

Wie alles begann…

Wo fängt die Geschichte einer Firma an, mit einer Jahreszahl oder mit einem Gefühl? Das Gefühl für die Pferde scheint mein Großvater schon in meine Gene gepflanzt zu haben und dass sie immer ein Teil meines Lebens sein würden, war ebenfalls klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden…

Wo fängt die Geschichte einer Firma an, mit einer Jahreszahl oder mit einem Gefühl? Das Gefühl für die Pferde scheint mein Großvater schon in meine Gene gepflanzt zu haben und dass sie immer ein Teil meines Lebens sein würden, war ebenfalls klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden… Das mit der Jahreszahl ist dagegen ganz einfach: Im Jahre 1985 habe ich den ersten Kalender in der Edition Boiselle gedruckt. Grafik, Herstellung, Bewerbung, Versand, Rechnungsstellung etc. alles wurde in Eigenregie gemacht und ich werde nie vergessen,

wie ich an den Weihnachtsfeiertagen in meiner Küche stand, Kalender verpackt habe und mich mit Weihnachtsplätzchen und ein Glas Sekt motivierte auch die letzten Stück noch fertig zu machen. Nach dem ersten Kalender hatte ich einige Erfahrungen gesammelt, die ersten von vielen noch folgenden Fehlern gemacht und mir geschworen, nie mehr Kalender herzustellen. Das ging auch zwei Jahre lang gut, doch in der Zwischenzeit wurde ich wiederum durch diesen Kalender so bekannt, dass Aufträge aus Amerika mich zur professionellen Pferdefotografin machten und die Nachfrage nach den „Boiselle-Kalendern“ zunahm. Bei meiner Suche nach dem richtigen Partner habe ich den Groh-Verlag gefunden, der in Kooperation mit mir die Kalender europaweit vertrieben hat.

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