zu Gast bei den ganz großen Pferden mit den Puscheln an den Beinen!
Der Hohe Peißenberg ist ein ganz besonderer Fleck in Bayern und hoch droben liegt der Hof von Robert Mittelmeier. Im Sommer liegt es idyllisch und wunderschön am Hang. Im Winter kann schon die Anfahrt trotz Schneeräumer eine Herausforderung werden. Zwar hatte Robert am Telefon gesagt, es wäre kein Problem die Pferde auch im Schnee zu fotografieren, doch es kamen mir da so einige Zweifel, als ich die Schneemassen liegen sah. . . .
Würde er seine großen mächtigen Shire über die steilen Hänge laufen lassen, hatten die überhaupt Lust sich zu bewegen?
Inzwischen hatte sich der Wind zu einem Schneesturm entwickelt, der die Flocken wie kleine Eisgeschosse ins Gesicht schleuderten. Einige der Pferde, die in großen Offenställen mit untergebracht sind, hatten total vereiste Mähnen und Ohren, fraßen aber sichtlich entspannt ihr Raufutter. Ihnen schienen die Temperaturen nichts auszumachen, nur die Ponies hatten sich doch eher schutzsuchend unters Dach begeben.
Wir ließen eine Herde von 6 jungen Shirehengsten in eine Koppel mit einem halben Meter Neuschnee laufen. Wunderschön anzusehen, wie sie sich da bewegten doch leider hatten unsere Kameras überhaupt keine Idee, wie sie durch das weiße Zeug vor der Linse messen sollte. Schon nach einigen Metern verschwanden die Pferde hinter einer Schneewand und unsere Finger taten nur noch weh von Kälte, wir hatten gerade mal - 10 °C in diesem Moment doch der Wind lies es wie - 20 anfühlen. Also galt es hinter den Pferden her zu stapfen, die Windrichtung anzupeilen, dann mit dem Wind zu fotografieren, damit der Schnee nicht in die Linse flog. Mit meinem bereits geschädigten Knie war das kein Vergnügen. Doch es hatte uns der Ehrgeiz gepackt. Wir wussten zwar, dass nur wenige Bilder überhaupt scharf werden konnten, doch die wollten wir unbedingt haben.
Die Truppe von Hunden und Helfern hielten die Pferde auf Trab. Nachdem die Jungs gar keine Lust mehr zum Spielen hatten, liesen wir sie wieder in ihre Ställe traben. Wir hatten immer noch nicht genug von diesen extremen Fotobedingungen: Schneesturm mit Shires, wann bekommt man das je wieder. Also bekamen wir ein neues Fotomodell, einen wunderschönen Hengst auf einen ziemlich steilen, total verschneiten Hang gebracht. Unsere Helferin musste ganz schön keuchen, bis sie sich mit dem Shire "Manor Farm Jacob" - genannt "Jupp" an der Hand, den Hang hoch gekämpft hatte, immer wieder in Neuschnee versinkend. Und loslassen durfte sie ihn ja erst oben am Waldrand.
Meine Assistentin Sandra versank inzwischen bis zum Bauch in einer Schneewehe und ich kämpfte mich auf halbe Höhe des Hangs zur einer guten Fotoposition. Der Hengst wusste gar nicht, was wir von ihm wollten und galoppierte erst mal direkt bergab wieder zu den Stallungen zurück. Wieder wurde er nach oben geführt, diesmal tat er uns den Gefallen und präsentierte sich wundervoll vor unseren Kameras, die immer noch nicht gelernt hatten die fallenden Schneeflocken zu ignorieren. Erstaunlicherweise, wie wir später beim Auswerten feststellten, funktionierte der Fokus ziemlich gut und wir bekamen doch einige scharfe Bilder. Nur wenn das Pferd stand, musste man in den manuellen Modus wechseln, da sonst die Flocken scharf gestellt wurden. Also ging es wieder darum die Fokusart zu verstellen und das mit den kalten und vereisten Fingern.
Doch wir hatten noch ein zweites Fotomodell diesmal einen schwarzen Shire, was die Kontrastprobleme der Kamera noch verstärkte. Entweder er wurde zu schwarz auf dem Bild, oder der Schnee verschwand total und es blieb nur eine weiße Masse. Doch der zweite ältere Hengst "M. U. Grenadier"zog seine Bahnen durch den Schnee und kreuzte vor unseren Kameras wie ein Schiff im Ozean aus Schnee. Oft versank er und rappelte sich wieder auf. Wirbelnde Schneeflocken verwischten allmählich die Orientierung.Ziemlich durchgefroren und kaputt beendeten wir das Shooting, als der Schneesturm immer schlimmer wurde. Mit einem großen Obstler und viel Kaffee oder Grog wärmten wir uns wieder auf und zogen die nassen Klamotten aus.
Dann zeigten wir die Fotos, die wir mit Robert und seinem Schlitten schon am Tag zuvor gemacht hatten. Er war hellauf begeistert. Man hatte das Gefühl, als würde er mit dem grazilen blauen Schlitten fast durch die Luft fliegen. Der Shire "Maurice" machte gewaltige Sprünge und die hellen Haarpuschel verliehen den Bildern eine besondere Note. Da war der Himmel noch blau und klar, die bayrische Winterlandschaft bilderbuchhaft verschneit, ohne Schneeflocken! Alles in allem waren wir super zufrieden mit den Fotos und hatten noch die Freude uns was sehr süsse anschauen zu können, eine Wurf junger Leonberger Welpen, die einfach zu knuffig waren. Nach einer herzlichen Verabschiedung ging es dann weiter.
|
|
|
Bevor es Dunkel wurde wollten wir uns wieder auf die Straße begeben, denn wir hatten wahnwitzigerweise vor, noch diese Nacht nach Marbach zu fahren. Vereiste Straßen erwarteten uns, teilweise verschneit und nicht geräumt.
Doch wir kamen zwar langsam, aber verhältnismässig gut durch und erreichten bei leichtem Schneefall Gomardingen. . . . .








