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Seminar für Isi-Fans

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Termin: 19.-21. April '13
Kosten: 420.-

Die Stute Frenzy und ihr Halbbrunder Willi haben mich am 12. August 2011 verlassen.

Zwei wundervolle Pferde sind auf die große Himmelsweide galoppiert. Ich vermisse sie sehr! Die Bilder, die ich von den beiden in zwei Portfolios zusammengestellt habe, können kaum die Liebe zeigen, die ich für sie empfinde. Sie waren Teil meiner Familie und meine Lehrer. Ich bin so dankbar, dass sie 27 und 28 Jahre lang mein Leben erfüllt haben.
Hier gehts es zu den Portfolios von >>Willi und >>Frenzy

Dies ist eine mehr persönliche Geschichte und ich habe mir überlegt, ob ich sie überhaupt veröffentlichen soll. Doch da wir alle mit Pferden zu tun haben, werden wir alle irgendwann an dem Punkt stehen, an dem ich am 12. August stand: Ich musste mich von meinen Pferden verabschieden.

Oft kann man den Todeszeitpunkt nicht bestimmen, wenn eine Kolik oder ein gebrochenes Bein die Nottötung sofort erforderlich machen. Wenn uns die Pferde einen Gefallen tun wollen und vielleicht schon älter sind, dann legen sie sich auf der Koppel nieder und schlafen ein. Das tut zwar auch sehr weh, doch wir müssen uns nicht mit einer tödlichen Entscheidung quälen.

Willi & FrenzyBei meinen beiden alten Pferden mit 27 und 28 Jahren musste ich es tun. Die Halb-Trakehner Stute "Rheinwind", liebevoll Frenzy genannt wurde in meinen Armen geboren, als erste Tochter der Stute Feenwind. Sie war sozusagen ein ersehntes Wunschkind und brachte mir 5 Fohlen zur Welt. Vom Charakter her war sie die Matriarchin und beherrschte mit einem Wimpernschlag die ganze Herde. Ihr mächtiger Hals und der harmonische Körper, sowie ihr klarer Blick forderten ohne Worte von jedem Respekt. Sie hat lange ihre Schmerzen versteckt und verschwiegen, doch die Athrose und dazu das Cushing forderten ihren Preis. Erst als wir ihr die doppelte Dosis Schmerzmittel gaben und es keinen Effekt zeigte, wussten wir, wie lange sie schon große Schmerzen hatte. Die vierfache normale Dosis brachte ihr erst Erleichterung. Es war klar, dass dies nur für kurze Zeit aufrecht zu erhalten war. Niemals hat sie sich beklagt, ihr Blick war bis zur letzten Sekunde ungebrochen und klar.

 

Mit ihrem Halbbruder Willi, eigentlich "Erlenwind" war es eine ganz andere Geschichte. Der intelligente Bursche hatte sich schon als Fohlen gelangweilt und mit dem Luftsaugen angefangen. Das wurde so schlimm, dass er einen Luftbauch bekam, aufhörte zu wachsen, nicht mehr verdaute und der Tierarzt mir den Rat gab ihn als 1-jährigen einzuschläfern. Alles in mir wehrte sich dagegen und ich fand eine Klinik, die ihm den unteren Muskel am Hals entfernte. Das hört sich brutal an, aber nur so was es ihm nicht mehr möglich den Unterdruck herzustellen. Es brauchte 7 Jahre, bis seine Verdauung wieder funktionierte und Willi blieb immer ein sehr witziger aber unberechenbarer Junge. Daher war er auch vorzugsweise mein Reitpferd, weil ich als Einzige hören konnte, wenn es mal wieder "klick" bei ihm machte. Dennoch wurde es nie langweilig mit ihm, besonders dann nicht, wenn er seinen Schabernack mit meinen Stallmädchen trieb.

Willi mit AndreaIm voranschreitenden Alter wurden seine Probleme am Vorderfusswurzelgelenk so heftig, dass es durch die Athrose verknöcherte und am Ende steif wurde. Wenn er galoppierte, was er immer noch voller Lebensfreude morgens aus dem Stall kommend tat, bis zu  seinem letzten Tag, so sah er ein wenig wie Kapitän Hook bei Peter Pan aus. Doch seine Lebenswille und sein Funkeln in den Augen überraschte mich immer wieder. Er bekam dann auch wie Frenzy Cushing und die beiden wurden zu intensiven Pflegefällen. Ohne die wirklich unermüdliche Liebe von Andrea, ihrem Pferdemädchen wäre ihr verlängerter Lebensabend nicht möglich gewesen. Schon im Herbst letzten Jahres sah es schlecht aus, dann erholten sich die Beiden unter ihrer Pflege mit Magnetfelddecke, Solarium, Streicheleinheiten und allen möglichen Mitteln wie Mönchspfeffer etc. So hatten beide noch ein schönes Jahr und einen guten Sommer, direkt bei mir am Haus, von allen mit viel Liebe umgeben. Doch es kommt irgendwann der Punkt, wo man nicht mehr vorbeischauen kann, an der anstehenden Entscheidung. Mein Herz tat weh und ich konnte nicht mehr schlafen.

Dann schaute mich Frenzy an und sagte "lass uns gehen, es ist Zeit". Doch man muss es dann auch tun, den Tag bestimmen, die Art und Weise und dazu den Mut haben.

Andrea und ich haben Frenzy und Willi bis zur letzten Sekunde begleitet, es war schlimm, dafür gibt es keine Worte und es ist immer noch schlimm es zu fühlen - auch wenn man weiss, dass es richtig ist und vernünftig und notwendig. Das Herz scheint aus dem Leib zu springen vor Schmerz und Trauer. Doch ein Gedanke blitzte auf: Wenn ich sterbe, werden sie bei mir sein, so wie jetzt ich bei ihnen.


Wer sein Pferd liebt, der ist ihm schuldig mit ihm den letzten Weg zu gehen. Das wollte ich einfach bei dieser Gelegenheit sagen . . . .


PS. Außerdem sind die Beiden immer noch da, ich sehe sie in der Herde und sie haben keine Schmerzen mehr!
Wer ein paar Bilder von den beiden sehen möchte, der kann sich die Portfolios mal anschauen:    >> Portfolio Willi  -   >> Portfolio-Frenzy

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