Samstag den 17. April - Morgens Sight-Seeing und Mittags Besuch eines Botanischen Gartens
Eigentlich wäre das Programm dieser Reise damit beendet gewesen, aber als wir am Samstag Morgen beim Frühstück saßen, stand schon für alle fest, dass heute mit Sicherheit keiner nach Hause fliegen würde.
Gleich nach dem Frühstück saßen die ersten wieder mit ihren Laptops in der Lobby und schauten im Internet nach neuesten Infos. Zunächst waren ja nur die Flughäfen im oberen Teil Deutschlands gesperrt, noch war z.B. München frei. Aber es war abzusehen, dass die Lavawolke des Vulkans in Island weiterziehen würde. Viel Hoffnung blieb da nicht. Allerdings wagte ich zu vermuten, dass die Wolke, die ja schon seit Donnerstag unterwegs war, wenn sie schon von Nord nach Süd zog. den Norden auch bald mal wieder frei geben würde. Schließlich mussten Paquita und ich ja erst morgen wieder nach Hamburg. Also wollte ich mir erstmal nicht ganz so große Sorgen machen. Warten wir´s erstmal ab!
So nutzten Paquita und ich den Vormittag bei angenehmem und freundlichem Wetter für einen Spaziergang in die Altstadt. Wir hatten Lissabon bisher nur im Dunkeln vorbeisausend oder im Regen gesehen. Und Sightseeing war bisher gar nicht drin gewesen. Wenn man schon mal da ist! Das war schließlich auch der Grund gewesen, warum wir einen Tag länger gebucht hatten.
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Von unserem Kreisel ging es schnurgeradeaus Richtung Tejo. Die breite Straße mit den Alleen rechts und links mündete irgendwann in die Fußgängerzone, den Elevador de Santa Justa links liegen, seinerzeit gebaut von Herrn Eiffel (siehe gleichnamigen Turm in Paris!).
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Nachdem wir auch den großen Bogen, genannt Arco de Rua August, passiert hatten, standen wir auf dem Praca do Comercio, ein riesiger Handelsplatz, an dessen offener Seite der Tajo vorbeifließt.
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Interessant ist er deshalb, weil mitten drauf ein Reiterstandbild steht, und das hatten wir ein paar Tage zuvor schon einmal gesehen. D.h. ein Ebenbild in Kleinformat um genau zu sein. Letzteres steht im Museum des Gestüts Alter. Dort hatte man uns erklärt, dass es mit großer Genauigkeit gearbeitet sei, um mit allen Verzierungen und Details den typisch portugiesischen Reiter auf dem typisch portugiesischen Pferd mit absolut typischem Sattel, Zaum und Zierde an Mähne und Schweif. Hier stand nun das Original vor uns! Es stellt übrigens König José I. dar.
Wir streiften noch eine Weile durch die Gassen und Straßen und fuhren dann per Metro wieder zurück zum Hotel.
Gabriele und Sabine hatten inzwischen die Busse bei dem Autoverleih gegen einen Kleinwagen getauscht, mit dem Gabriele in den nächsten Tagen hier noch mobil sein wollte. Wir versammelten uns nach Mittag in der Lobby, denn wir hatten noch was vor:
Schon Anfang der Woche hatte Gabriele angekündigt, dass heute im Botanischen Garten eine Vorführung der Hofreitschule Queluz stattfinden sollte. Aber Montag hätte keiner geglaubt, dass wir alle in den Genuss kommen würden. – Wenn auch zwangsweise!
So machte sich der Großteil der Gruppe zu Fuß auf den Weg in den Botanischen Garten. Zum Glück war es nicht so sehr weit. Eigentlich hatten wir sehr früh dort sein wollen, aber es war schon fast viertel vor drei, als wir dort ankamen. Und um drei Uhr sollte die Vorführung beginnen!
Am Eingang konnte uns niemand sagen, wo wir die Reiter finden würden, also marschierten wir los und suchten. Leider ohne Erfolg! Es war einigermaßen dicht bewachsen, eng und hügelig hier, weit und breit keine Freifläche, die für eine Reitvorführung geeignet wäre. Wir gaben auf. Gabriele setzte per Handy die verfügbaren Hebel in Bewegung, um herauszufinden, in welchem Botanischen Garten die Reiter denn sein sollten. Endlich erfuhr sie, dass wir sie in dem Botanischen Garten im Stadtteil Belem finden würden. Also suchten wir uns flugs Taxis und sausten los, Gabriele hatte den Kleinwagen dabei.
Die beiden Taxis erreichten den Botanischen Garten in Belem zuerst. Ja, hier war mal mehr Platz!
Vom Tor aus sah man auf eine breite Palmenallee, das sah doch schon mal deutlich besser aus. Der Mann an der Kasse sprach leider nur Französisch, das erschwerte die Verständigung. Aber mit alle Mann, jeder so gut er konnte, und mit Händen und Füßen brachten wir in Erfahrung, dass es hier auch nicht sein konnte, denn dann müsste er es wissen, und ihm war nichts von einer Reitvorführung bekannt. Er vermutete, dass wir sie im Botanischen Garten von Ajuda finden würden. Das wär auch gar nicht so weit, 1 ½ km vielleicht, die Straße rauf. Na, dann mal los! Es war auch schon deutlich nach drei Uhr. Wir verständigten Gabriele, und Marion war dann so nett uns unterwegs aufzugreifen und grüppchenweise mit dem Kleinwagen rauf zu fahren. Und hier waren wir auch zweifelsfrei richtig. Der Botanische Garten von Ajuda ist eine barocke Gartenanlage, ein wirklich passender Rahmen für die Hofreitschule!
Am Eingang wollte uns tatsächlich noch jemand mit Eintritt kassieren aufhalten, dabei waren wir kaum zu halten, denn dahinten konnten wir sie endlich erspähen. Puh! Was für eine Hektik! Schnell wurden die Kameras gezückt, die Reiter ritten noch ein/ zwei Minuten zwischen den Buchsbaumhecken hin und her, stellten sich noch zum Abschlussgruß auf, und dann war es vorbei! Ja, vorbei! Richtig und endgültig vorbei!
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Wir konnten es kaum fassen! Wir waren zu spät, und alles war vorbei!
Okay, dann ist es halt so. Wir verschnauften also erst mal und machten es uns mit Kaffee und kalten Getränken gemütlich.
Gabriele aber war noch emsig gewesen. Sie hatte zwischen den Zuschauern Francois Gracioso, den Leiter der Hofreitschule, und seine Frau getroffen und sich eine Weile mit ihnen unterhalten. Als sie zurück kam, hatte sie ein weiteres Shooting für uns organisiert: Am Montag Morgen wollte Frau Gracioso uns mit ihrem Pferd im Hippodrom als Motiv zur Verfügung stehen. Schön!
D.h. innerlich zuckte ich ein bisschen zusammen: Montag Morgen??? Da wollte ich eigentlich gar nicht mehr hier sein!?! In diesem Moment nahm auch für mich das Nach-Hause-Flug-Problem Gestalt an.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, zogen wir in kleinen Gruppen los, um noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben. Paquita und ich liefen runter zum Kloster Jeronymos. Das Kloster selbst war leider schon geschlossen, aber die imposante Kirche konnten wir noch besichtigen. Was für ein Bau. Also wer mal nach Lissabon kommt: Die kann ich nur empfehlen!
Durch einen kleinen Park liefen wir noch zum Seefahrerdenkmal. Die Sonne stand schon tief und wir hatten geniales Licht. Schön! Und direkt nebenan gab es ein italienisches Restaurant, okay, portugiesisch-italienisch, aber die Pizza war prima. Wir hatten dabei einen blick auf das Seefahrerdenkmal und auf den Tejo. So kann man einen Tag doch fein ausklingen lassen!
Im Hotel trafen wir u.a. noch auf Ingeborg, Kathrin, Sabine, Birgit, Bernhard und Claudia, die noch über ihre Laptops gebeugt Fotos sichteten oder neueste Infos aus dem Internet suchten. Wir holten also unsere Laptops auch noch dazu und saßen noch eine Weile, bis die Betten uns riefen












