Ein Blick hinter die Kulissen…

Wie unsere Kalender entstehen

Gerade wird die aktuelle Kalenderkollektion 2018 bei unserer Druckerei Printer Trento gedruckt und wir sind wie jedes Jahr auf’s Neue stolz, unsere aktuellen Pferdekalender zu präsentieren zu dürfen. Natürlich sind wir auch neugierig, wie sie wohl bei Ihnen, den Fans und Freunden der Edition Boiselle ankommen. Uns ist die Herstellung der Kalender eine Herzensangelegenheit – und dies nun seit mehr als 30 Jahren. Wir versuchen in unseren Kalendern die ganze Schönheit und charismatische Ausstrahlung der Pferdeseelen zu zeigen – für ein ganzes Jahr und länger. Und das bedeutet für uns große Sorgfalt und viel Begeisterung für die Produktion der Kalender von Anfang an.

Sicherlich haben Sie sich schon manchmal gefragt, wie diese Kalender eigentlich entstehen? Wie wir unsere Bilder auswählen und welche Qualitäts-kriterien wir haben. Nun, wie viel Arbeit das Ganze wirklich ist, kann wahrscheinlich nur der erahnen, der selbst schon einmal versucht hat, aus seinen schönsten Bildern einen Digitalkalender oder ein Buch zusammenzustellen…

Unsere Kalender werden mit viel Liebe zum Pferd und zur Fotografie gemacht und jeder Einzelne von unseren Praktikanten bis hin zu den festen Mitarbeitern der Edition und des Archivs nimmt jeder an der Produktion Anteil. Ganz zu Anfang steht die Auswahl der Bilder. Hierzu werden für jeden Kalender einzeln Zehntausende von Bildern aus den neuesten Fotoproduktionen von Gabriele Boiselle am Bildschirm durchgeschaut und die schönsten, markantesten oder emotionalsten Motive daraus in ein eigenes Portfolio gespeichert. Dies ist in erster Linie die Aufgabe von den Archivmitarbeitern Sandra Hoffmann, Tanja Münster und Gabriele Boiselle, die z.B. für den Friesenkalender sehr ausdauernd alle Friesen-Fotoshootings durchforsten. Jeder hat dabei seine Lieblingsmotive oder Vorlieben – für alle wichtig aber ist, dass die Bilder eine besondere Ausstrahlung, Stimmung und eine Aussage haben müssen. Natürlich müssen sie auch eine besonders gute technische Qualität haben und die Schärfe, Farbharmonie und das Format muss stimmen.

Bis diese erste Vorauswahl erstellt ist, vergehen viele Arbeitsstunden am Bildschirm und der Kaffeekonsum steigt enorm. Danach werden alle Selektionen in einen Topf geworfen, ausgedruckt und an die Wände der Edition gehängt. Eine geschlossene Pferdebildertapete ziert dann unser Büro!

Nun sind alle Mitarbeiter der Edition gefragt, die gerade im Büro arbeiten. Alle bewaffnen sich mit einem farbigen Stift, kreuzen ihre Lieblingsmotive an und markieren die Bilder, die für ein Titelmotiv in Frage kommen. Das dauert ein paar Tage, denn man muss die Bilder schon eine Weile auf sich wirken lassen, da sie ja später ausdrucksstark genug sein sollen, um einen ganzen Monat lang angeschaut zu werden ohne dass man ihrer überdrüssig wird.

Wenn alle ihre Auswahlen gemacht haben, werden die Motive mit den meisten Kreuzchen abgehängt und kommen in die Endauswahl. Die Fotos, die für den Titel markiert wurden, kommen zu Sandra oder Tanja auf den Schreibtisch und werden probeweise ins Titellayout gebastelt – es muss ja auch Platz für den Kalendertitel und die Jahreszahl sein, ohne dass das Motiv dadurch zerstört wird.

Die anderen Motive werden – dem Digitalzeitalter zum Trotz – auf dem Boden verteilt und hin und her geschoben. Jetzt wird geprüft ob die „Lieblings-bilder“ aller Editionsmitarbeiter vielseitig genug für einen Kalender sind. Und dann geht’s ans Eingemachte: Das Legen des Kalenders in der Monatsabfolge!

Doch vorher erst noch einmal Kaffee kochen, warten bis im Büro etwas Ruhe eingekehrt ist und nicht etwa zwei tobende, spielwütige schwarze „Hundis“ die ganze Arbeit in Windeseile wieder durcheinanderwirbeln und dann geht es los:

Als erstes wird das Titelmotiv auf den Boden gelegt und dann geht es auf die Suche nach einem Januarbild. Dabei müssen die Motive nicht nur zur Jahreszeit passen, sondern auch in ihrer Abfolge eine harmonisches, abwechslungsreiches Ganzes ergeben – gar nicht so einfach, wie man glaubt. Jeder, der im Büro ist oder gerade zufällig vorbei kommt, wirft einen Blick auf die Kalendermotive, diskutiert, schiebt Motive von einem Monat in den anderen und alle krabbeln auf dem Boden herum – ein Bild für Götter! Dies geht dann so eine Weile hin und her, bis sich alle einig sind: „Das ist der schönste Kalender, den wir je gemacht haben und das werden wir im nächsten Jahr bestimmt nicht wieder toppen können!“

Wer jetzt denkt, der Kalender sei fertig, der täuscht sich ganz gewaltig! Dies war nur der erste Schritt, die eigentliche Fleißarbeit fängt erst noch an! Jetzt müssen die hochaufgelösten Bilddaten zusammengesucht, gebrannt und an unsere Litho in Italien geschickt werden. Die Layoutddaten der Monatsbilder gehen an unsere Grafikerin Nicola van Ravenstein. Denn die einzelnen Motive müssen in das Kalenderlayout eingepasst und die Ausschnitte festegelegt werden. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass das Format des Kalenders nicht ganz zum Bild passt oder umgekehrt und dann oben etwas Himmel oder unten etwas Gras angestückelt werden muss. Das ist dann die Aufgabe unserer „Bildbearbeitungszauberer“ von Artilitho in Trento. Thomas Chini und Giovanni Sega sind wahre Meister und wissen nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit ganz genau, welche Ansprüche und Vorstellungen wir bei der Bildbearbeitung haben. Denn bei aller Korrektur, die an den Bildern für einen optimalen Druck später nötig ist, das eigentliche Bild, der Charakter des Pferdes und die Stimmung dürfen auf keinen Fall verändert werden!

Danach werden uns dann die farbverbindlichen Lithos zur Korrektur und Freigabe per Post geschickt und von der Grafik kommen haufenweise PDFs mit den Bildausschnitten per E-Mail bis das Postfach überquillt.

Auch wenn jetzt in erster Linie andere an den Bildern arbeiten, langweilen wir uns in der Edition nicht, denn nun müssen zu den Bildern die Texte geschrieben werden, denn wir möchten unseren Kalenderfans ja nicht nur schöne Bilder bieten, sondern auch Informationen und kleine Geschichten zu den Pferden… Dies ist hauptsächlich die Aufgabe von Gabriele – neben dem Fotografieren natürlich – und oft zieht sie sich zu ihren Tieren in die „Klausur“ zurück, um jenseits des Bürostresses in Ruhe und Muse ihre Texte zu schreiben, auf die wir in der Edition schon sehnsüchtig warten. Denn diese Texte müssen natürlich noch korrigiert und übersetzt und von der Grafik ins Kalendarium eingesetzt werden.

Viele Hände, Augen und kreative Ideen waren nötig, bis dann endlich die letzten Blaupausen vor dem Druck in unser Büro flattern – jetzt gibt es kein Zurück und keine große Änderungsmöglichkeit mehr. Voller Spannung fahren dann Gabriele, Sandra und manchmal auch Anette zum Andruck zur Druckerei Printer Trento nach Italien und überwachen mit den dortigen Mitarbeitern den Druck der ersten Kalenderblätter… Die Erleichterung und die Freude ist groß, wenn die ersten Druckbögen voller wunderschöner und brillanter Kalenderblätter die Druckwalze verlassen. Jetzt müssen die Bögen nur noch trocknen, geschnitten und gebunden werden und der Boiselle Kalender ist fertig!

Wenn man das alles hochrechnet auf 24 bis 30 Kalender, die wir jedes Jahr auf die Beine stellen, ist das eine ganze Menge Arbeit, die unser kleines, sehr engagiertes Team zu bewältigen hat. Und das geht nur, weil jeder Einzelne sich persönlich sehr verbunden fühlt und viel Spass an der Arbeit hat. Wir möchten mit jedem unserer Kalender die Freude und Begeisterung weitergeben, die wir selbst bei der Erstellung haben und Sie ein ganzes Jahr mit unseren Bildern begleiten.

2017-11-22T08:41:12+00:00

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