Wie alles begann…

Die Entstehung der Edition Boiselle

 

Wo fängt die Geschichte einer Firma an, mit einer Jahreszahl oder mit einem Gefühl? Das Gefühl für die Pferde scheint mein Großvater schon in meine Gene gepflanzt zu haben und dass sie immer ein Teil meines Lebens sein würden, war ebenfalls klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden…

Wo fängt die Geschichte einer Firma an, mit einer Jahreszahl oder mit einem Gefühl? Das Gefühl für die Pferde scheint mein Großvater schon in meine Gene gepflanzt zu haben und dass sie immer ein Teil meines Lebens sein würden, war ebenfalls klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden…

Das mit der Jahreszahl ist dagegen ganz einfach: Im Jahre 1985 habe ich den ersten Kalender in der Edition Boiselle gedruckt.

Grafik, Herstellung, Bewerbung, Versand, Rechnungsstellung etc. alles wurde in Eigenregie gemacht und ich werde nie vergessen, wie ich an den Weihnachtsfeiertagen in meiner Küche stand, Kalender verpackt habe und mich mit Weihnachtsplätzchen und ein Glas Sekt motivierte auch die letzten Stück noch fertig zu machen. Nach dem ersten Kalender hatte ich einige Erfahrungen gesammelt, die ersten von vielen noch folgenden Fehlern gemacht und mir geschworen, nie mehr Kalender herzustellen. Das ging auch zwei Jahre lang gut, doch in der Zwischenzeit wurde ich wiederum durch diesen Kalender so bekannt, dass Aufträge aus Amerika mich zur professionellen Pferdefotografin machten und die Nachfrage nach den „Boiselle-Kalendern“ zunahm. Bei meiner Suche nach dem richtigen Partner habe ich den Groh-Verlag gefunden, der in Kooperation mit mir die Kalender europaweit vertrieben hat.

Das alles ging natürlich nicht ohne Hilfe! Hier möchte ich mich besonders bei meinem damaligen Lebensgefährten Paul In den Eicken bedanken. Er hat mir beigebracht wie Grafik & Layout anzuwenden ist und in vielen Nachtstunden ein Programm geschrieben – damals noch auf dem Atari – mit dem wir unseren Vertrieb erledigen konnten (kein Ausfüllen der Postversandkarten per Hand mehr!). Ohne eine weitere Mitarbeiterin – Ruth Ehli – wäre ich auch nicht weit gekommen, sie übernahm die ganze Rechnungsstellung und die Versandorganisation. Wir drei teilten uns einen einzigen Computer, der noch dazu, für heutige Verhältnisse, furchtbar langsam war. Ruth Ehli übernahm die erste Schicht, von morgens um 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr, danach war ich bis 22.00 Uhr zuständig und Paul arbeitete in der Nacht. Manchmal war der Computer noch warm, wenn Ruth morgens um 8.00 Uhr kam. All das spielte sich in meiner Wohnung in Speyer ab und wir haben über einige Jahre hinweg diese Lebens- und Arbeitsmischung aufrecht erhalten. Als dann unser Privatleben zu sehr unter der Bürosituation litt, sind wir in die Scheune meines Großvaters umgezogen.

Dort, wo ehemals sein Pferdestall war, hingen nun einige tausend Pferdefotos.

Es war manchmal im Winter so kalt, dass wir im Mantel und mit Heizöfen gearbeitet haben. In der Zeit der Hochkonjunktur der Kalenderindustrie sind wir dann in ein neues, eigenes Bürogebäude umgezogen, in der Draisstrasse Nr. 9.: hohe Fenster, viel Platz und was besonders toll war, mit Blick auf meine Pferdeställe. Dort haben wir 80.000 Briefsendungen in Gemeinschaftsaktionen verarbeitet und versandfertig gemacht. 20 Mitarbeiter waren mit der Aussendung und Rechnungsstellung beschäftigt. Die archivierten Dias und Negative wurden zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal teilweise digitalisiert und eine Bilddatenbank aufgebaut. Wiederum in intensiver Zusammenarbeit mit Paul In den Eicken, der nicht nur hauptberuflich ein hervorragender Maler ist, sondern nebenbei ein intuitiver und kreativer Computermensch.

Ich merkte immer häufiger dass ich zuviele Aufgaben auf einmal übernahm und meine eigentliche Berufung, die Fotografie, zu kurz kam. Ich fungierte fast nur noch als Managerin und Verlegerin und meine Fotografie kam ins Hintertreffen. Zum ersten Mal musste ich feststellen, dass man nicht alles selbst machen konnte und ich suchte nach neuen Wegen, den Vertrieb der Kalender abzugeben.

Wir sind ein kleines, emotional sehr engagiertes Team, das die Edition Boiselle mehr als alles Andere braucht. Es steckt viel Liebe drin in unserer Arbeit und wir hoffen, dass man das auch in den Bildern und Kalendern sieht.

Es entwickelte sich eine Kooperation mit Mohndruck (heute: Mohn Media), einer Tochtergesellschaft von Bertelsmann, dem damals führenden Kalenderverlag dieser Branche. So etablierte sich eine sehr produktive und konstruktive Zusammenarbeit mit dem damaligen Verlagsleiter Werner Strothotte, die über 15 Jahre lang erfolgsbringend angehalten hatte. Da ich mich auch aus dem Direktversand der Kalender an meine Kunden zurückziehen wollte, suchte ich eine marktführende Versandmarke an die ich den Direktvertrieb abgeben konnte und fand sie im Pferdesporthaus Krämer in Hockenheim. Persönliche Verbindungen, die schon vorher bestanden, vereinfachten diese Kooperation. Praktisch war und ist auch die räumliche Nähe von Hockenheim zu Speyer. Diese Zusammenarbeit hält nun seit vielen Jahren an und wird zur beidseitigen Zufriedenheit fortgeführt.

Wenn ich heute hier sitze und draußen im Innenhof rauschen die Blätter der alten Kastanienbäume im Wind, stündlich höre ich den Klang der großen Kaiserglocke aus dem Dom zu Speyer, dann dringt der Frieden in das Büro, den dieses Gebäude umgibt. Hier schöpfe ich Kraft und habe viel Raum und Zeit, meine Ideen zu Kalendern und Büchern zu verarbeiten, neue Projekte zu konzipieren und meine Seminare und Reisen vorzubereiten.

Mehr über uns

Zusammen mit Annette Harenburg, die seit 20 Jahren in allen Situationen an meiner Seite steht, und Sandra Hoffmann, der engagierten Archivleiterin, denke ich, dass wir noch einige schöne Kalender und Projekte realisieren werden. Weitere langjährige Mitarbeiterinnen, wie Tanja Münster und Ulla Rafail, die ebenfalls seit vielen Jahren zum Editions Team gehören und Christa Kunat, die unser Lager und den Versand organisiert, sowie einige Praktikantinnen helfen, dass die Unmengen an Arbeit erledigt werden können. Wir sind ein kleines, emotional sehr engagiertes Team, das die Edition Boiselle mehr als alles Andere braucht. Es steckt viel Liebe drin in unserer Arbeit und wir hoffen, dass man das auch in den Bildern und Kalendern sieht. Ohne die Menschen, die mich von Herzen gerne unterstützen, könnte ich diese Arbeit wahrscheinlich gar nicht machen. In den letzten Jahren ist das Kalendergeschäft und auch die Herstellung von Büchern zu einem ganz harten Konkurrenzgeschäft geworden und ich verdanke es nur der Loyalität und der Kontinuität meiner Boiselle – Fans, dass ich mich als ziemlich kleiner Verlag heute noch behaupten kann. Solange ich mit meinen Bildern, meinen Geschichten und meiner Message den Menschen etwas geben darf und kann, werde ich meine Arbeit mit frohem Herzen weiter machen.

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