Der Mann an meiner Seite

Mein Trakehner „Falkenwind“

 

Es gibt ein männliches Wesen, dass mich bisher mehr als die Hälfte meines Lebens begleitet hat. Seit 28 Jahren ist er bei mir, er hat 4 Beine, viel Temperament und einen Trakehnerbrand!

Seine Name ist Falkenwind, ein Sohn des Hengstes Mahagoni, liebevoll „Fritz“ genannt. Seit er am 18. Mai 1985 um 22.30Uhr geboren wurde ist er mein Glücksbringer, mein Stolz  und auch öfters mal Anlass für Sorge und Kummer. Mit seinem bildhübschen Kopf hätte er fast als Araber durchgehen können, die großen seelenvollen Augen blicken mich immer wieder mit viel Weisheit und auch Schalk an. Er kann mich lesen wie ein Buch: Wenn ich aus dem Büro komme, gestresst und unleidig bin, brauche ich gar nicht erst mit dem Sattel in den Stall zu kommen. Er verweigert jede Kooperation und scheint zu sagen

„Komm’ erst mal zur Ruhe bevor Du Dich auf meinen Rücken setzt.“ Von keinem Pferd bin ich so oft herunter gefallen, wie von Fritz. Er quittierte jede Unzulänglichkeit mit Buckeln und anderen Gefühlsäußerungen.

Nun sind wir Beide ja auch schon in die Jahre gekommen und die Reaktionen fallen nicht mehr so impulsiv. Garantiert, das Leben mit Fritz war nie langweilig, sein Temperament und seine eigenwillige Persönlichkeit haben mich immer wieder fasziniert. Darüber hinaus ist er ein außergewöhnlich athletisches Pferd, das mich niemals im Stich gelassen hat. Daher haben wir auch angefangen, als er 6 Jahre alt war, ihn auf eine Karriere als Vielseitigkeitspferd vorzubereiten, bis ein ganz schlimmer Unfall passierte. Er rammte sich einen Eisenriegel in die Brust

und riss sich beim Versuch wieder weg zu kommen, den Brustmuskeln heraus. Der Tierarzt sah keine Chance mehr, dass er sich jemals einigermaßen normal bewegen könnte und riet mir ihn einzuschläfern, da es nicht abzusehen war, ob nicht auch ein wichtiger Nerv des Vorderbeins betroffen war. Doch ein Blick in die Augen von Fritz sagte mir, dass eine Operation für ihn nicht zur Debatte stand. Doch der Blick des Tierarztes, als ich ihm die Entscheidung von Fritz mitteilte, sagte mir auch, dass er mich für verrückt hielt.

Es war ein langer und schmerzvoller Weg für Fritz, denn die Wunde brach auf, eiterte und wollte nicht heilen. Der Tierarzt sagte, dass er noch nie ein Pferd erlebt hat, dass solch ungemeine Schmerzen so stoisch ertragen hat. Nach einem halben Jahr Klinik konnte ich Fritz wieder nach Hause holen. Es dauerte jedoch ein weiteres bis ich ihn wieder Reiten konnte und man spürte keine Veränderung in seinen Bewegungen. Nur eine hässliche große Narbe ist geblieben, über die ich jeden Morgen

beim Füttern zärtlich hinweg streichle und mich dankbar daran erinnert, ihn immer noch in meinem Leben zu haben. Aus seinem Stallfenster blickt Fritz rüber zur Nachbarkoppel auf seine Kinder, die so viel von ihm geerbt haben und die er als seine Herde betrachtet. Er ist der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und dessen ist er sich bewusst. Natürlich hat er mittlerweile graue Haare bekommen und seine Gelenke knacken hörbar. Doch für ihn sind unsere Ausritte im Wald immer noch ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Mit ihm dahin zu fliegen über die Sandwege, am lockeren Zügel,  im dichten Wald, wenn die Blätter von der Sonne bestrahlt, ein Muster auf den Weg werfen, dann durchströmt uns beide das Gefühl eine Einheit zu sein. Nur mit meiner Stimme kann ich ihn lenken und er reagiert auf die geringsten Hilfen, wir verstehen uns einfach blind. Und wenn wir wieder zurückkommen, dann gebärdet er sich wie ein Vierjähriger, ungestüm und voller Temperament kündigt er laut wiehernd vor dem Stall seinen Anspruch an: Ich bin Fritz, der Trakehner!

Lilly

By | Juni 16th, 2017|Categories: Gabriele Boiselle|

Lilly Ein schwerer Start ins Leben "Lilly" wurde etwas zu früh geboren. Sie lag wie ein Hund mit angezogenen Beinen im Stall, als ich morgens zum Füttern kam und regte

Sommerwind

By | Juni 16th, 2017|Categories: Gabriele Boiselle|

Sommerwind Die 4.Generation meiner kleinen Warmblutzucht Der kleine Hengst „Sommerwind“ ist nun die vierte Generation meiner eigenen kleinen Warmblutzucht. Er geht auf die Trakehnerstute „Feenwind“ zurück, die ich vor vielen

Rociero

By | Juni 16th, 2017|Categories: Gabriele Boiselle|

Rociero Der Flamencotänzer  in Speyer Wer mit Pferden zu tun hat, der kennt vielleicht auch das Gefühl, manchmal wie vom Schicksal vorbestimmt, zu einem bestimmten Zeitpunkt einem besonderen Pferd zu begegnen.

Meine Lieblingsbilder

Mehr über den Verlag erfahren?

Entstehung des Verlags „Edition Boiselle“

Wie alles begann…

Wo fängt die Geschichte einer Firma an, mit einer Jahreszahl oder mit einem Gefühl? Das Gefühl für die Pferde scheint mein Großvater schon in meine Gene gepflanzt zu haben und dass sie immer ein Teil meines Lebens sein würden, war ebenfalls klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden…

Wo fängt die Geschichte einer Firma an, mit einer Jahreszahl oder mit einem Gefühl? Das Gefühl für die Pferde scheint mein Großvater schon in meine Gene gepflanzt zu haben und dass sie immer ein Teil meines Lebens sein würden, war ebenfalls klar. Doch ich hätte niemals gedacht, dass sie zu meiner Berufung und damit zu meinem Beruf werden würden… Das mit der Jahreszahl ist dagegen ganz einfach: Im Jahre 1985 habe ich den ersten Kalender in der Edition Boiselle gedruckt. Grafik, Herstellung, Bewerbung, Versand, Rechnungsstellung etc. alles wurde in Eigenregie gemacht und ich werde nie vergessen,

wie ich an den Weihnachtsfeiertagen in meiner Küche stand, Kalender verpackt habe und mich mit Weihnachtsplätzchen und ein Glas Sekt motivierte auch die letzten Stück noch fertig zu machen. Nach dem ersten Kalender hatte ich einige Erfahrungen gesammelt, die ersten von vielen noch folgenden Fehlern gemacht und mir geschworen, nie mehr Kalender herzustellen. Das ging auch zwei Jahre lang gut, doch in der Zwischenzeit wurde ich wiederum durch diesen Kalender so bekannt, dass Aufträge aus Amerika mich zur professionellen Pferdefotografin machten und die Nachfrage nach den „Boiselle-Kalendern“ zunahm. Bei meiner Suche nach dem richtigen Partner habe ich den Groh-Verlag gefunden, der in Kooperation mit mir die Kalender europaweit vertrieben hat.

Weiterlesen
2017-07-17T13:41:20+00:00

Hinterlasse einen Kommentar